Der Farmbot: Automatisierung im heimischen Garten

Veröffentlicht am 11. April 2017

Eine interessante Innovation, die hier auf Obrero.de vorgestellt werden soll, stellt das automatisierte Bepflanzungssystem des Amerikaners Rory Aronson dar. Bekanntermaßen wird die Weltbevölkerung bis zum Jahr 2050 auf über 9 Milliarden Menschen anwachsen.

Hierfür wird ein wesentlich größerer Bedarf an Lebensmitteln benötigt. Die landwirtschaftliche Produktion müsste um rund 60 Prozent steigen. Dabei spielen in vielen Regionen Wassermangel, Treibstoff, Düngemittel und natürlich die zur Verfügung stehenden Freiflächen eine wichtige Rolle.

Ein Großteil der zum täglichen Bedarf benötigten Lebensmittel könnten viele aber auch im eigenen Garten selbst produzieren.

Der Farmbot als innovative Lösung

Rory Aronson hat sich mit der sogenannten Präzisionslandwirtschaft beschäftigt. Hierbei werden selbstlenkende Traktoren und Drohnen für die gezielte Bewässerung und Verteilung von Düngemittel eingesetzt. Wie auch viele Forschungsinstitute festgestellt haben, spielen diese Techniken eine wesentliche Rolle bei der nachhaltigen Landwirtschaft.

Der Farmbot: Automatisierung im heimischen GartenDie meisten Präzisions-Landwirtschaftswerkzeuge werden an industrielle Betriebe verkauft. Aronson zieht jedoch eine andere Technik in Betracht. Er hat eine sogenannte Open-Source-Maschine entwickelt, die jeden nach eigenen Bedürfnissen individuell umbauen kann. Der Farmbot richtet sich zunächst nur an Hausgärtner, soll aber auch für Kleinbauern interessant sein. Der Prototyp soll dabei nicht mehr als 1.000 US-Dollar kosten.

Aronson nahm an einer Studie im Jahr 2011 teil, bei der ein Landwirt einen Gastvortrag über einen Traktor hielt, der Unkraut automatisch erkennen und ziehen konnte. Dadurch konnte der Einsatz umweltschädlicher Herbizide verhindert werden. Das einzige Problem war, dass dieses Verfahren seinerzeit mehr als 1 Millionen US-Dollar kostete.

Aronson nahm jedoch die Idee auf und entwickelte eine Maschine, die wie ein großer Matrixdrucker arbeitete. Zu seinem Entwicklerteam gehörten auch die Software- und Firmware-Spezialisten Rick Carlino und Tim Evers.

Wie arbeitet der Farmbot?

Zunächst wird ein rechteckiger Gartenbereich abgesteckt, der später bepflanzt werden soll. Zu beiden Seiten werden Gleisketten errichtet, auf der der Farmbot entlangfahren kann. Die Funktionsweise erinnert ein wenig an einen Hafenkran, wobei der Hauptarm individuell von links nach rechts verschoben werden kann. Dies erfolgt entsprechend der Software motorbetrieben.

Mit entsprechenden Aufsätzen kann der Hauptarm Pflanzen mit ausreichendem Abstand zueinander einsäen und anschließend gezielt bewässern. Ein anderer Aufsatz ist mit einem Greifer ausgestattet, der das neben der Pflanzende sprießende Unkraut entfernt. Eine sparsame und gezielte Düngung ist ebenfalls möglich. Mithilfe der ausgefeilten Software lassen sich alle Pflanz- und Bewässerungsaufgaben bis zur Ernte vollautomatisch ausführen.

Einfache Web-Steuerung macht es möglich

Der Farmbot kann als kleiner Pflanz- und Aufzucht-Roboter beschrieben werden, der auf einfache Weise über eine App-Steuerung über das Internet gesteuert und kontrolliert werden kann. Dabei unterteilt die Software den Pflanzbereich in ein Raster. Besonders interessant ist, dass dieses Verfahren sich nicht nur für Monokulturen eignet.

Der Farmbot: Automatisierung im heimischen GartenDie Software ist für momentan 33 verschiedene Kulturen, wie zum Beispiel Kartoffeln, Erbsen, Mangold, Artischocken etc. ausgelegt, die alle individuell auf dem Raster gepflanzt werden können. Der Farmbot ist mit seinem Programm in der Lage, für jede Pflanze das richtige Dünge- und Pflegeprogramm anzuwenden. Der Nutzer kann bequem vom heimischen Sofa aus über sein Smartphone oder Tablet die Pflege kontrollieren.

Übrigens hat Aronson die Software mit der Rasterbepflanzung aus dem beliebten Online-Spiel Farmville entnommen. Sein Ziel ist es, ein gemeinnütziges Unternehmen zu gründen, über welches interessierte Gärtner das komplette Equipment, wie Dünger, Saatgut-Injektoren, Greifer etc. kaufen können. Dabei soll der Preis letztlich noch fallen.

Einmal aufgebaut, führt der Farmbot fast die gesamte Gartenarbeit bis zur Ernte vollautomatisch. Er übernimmt unter anderem

  • die Pflanzung der Samen,
  • die Bewässerung jeder Pflanze nach einem festgelegten Zeitplan,
  • die Überwachung und
  • die Beseitigung von Unkräutern.

Ein richtiger Alleskönner. Leider steht noch nicht fest, wann diese innovative Idee hierzulande erhältlich ist.