Do-It-Yourself: Insektenhotel für unter 50 Euro bauen

Veröffentlicht am 6. Dezember 2016

Insekten sind wichtig für unsere Umwelt und damit auch für uns. Sie lockern nicht nur Böden und fördern die Humusbildung, sondern befreien Pflanzen auch von Schädlingen und bestäuben die Blüten.

insektenhotel-ansichtGerade deshalb ist es wichtig, diesen kleinen Nutztieren möglichst das ganze Jahr über – speziell aber in den kalten Wintermonaten – etwas Gutes zu tun. Besonders einfach funktioniert das mit einem Insektenhotel.

Wie Sie ein Insektenhotel in kurzer Zeit und mit weniger als 50 Euro Materialaufwand selbst herstellen, erfahren Sie in diesem Artikel.

Viel Spaß mit unserer Anleitung für Ihr eigenes Do-It-Yourself Insektenhotel!

Insektenhotel kaufen? Selbstbauen ist günstiger!

Wie so vieles finden Sie natürlich auch Insektenhotels zum Kaufen im Handel. Warum also nicht einfach einen Insektenhotel Bausatz oder direkt ein komplett fertiges Insektenhotel im Baumarkt kaufen?

Ganz einfach: Weil Sie sich damit eine ganze Menge Freude und Individualität vorenthalten würden.

Zum einen ist die Füllung bei gekauften Insektenhotels in der Regel fix montiert – Sie können Sie also nicht einfach austauschen. Zum anderen werden für das Grundgerüst meist nicht besonders man-1615411_640-by-silverjinx-pixabay-comwiderstandsfähige Materialien verwendet. Ihr gekauftes Insektenhotel wird also in aller Regel nicht so langlebig sein und Wind und Wetter strotzen, wie Ihr Selbstgebautes.

Natürlich haben Sie auch kostentechnische Vorteile gegenüber einem gekauften Modell, denn da Sie für die Füllung Materialien verwenden können, die Sie in der Natur oder in Ihrem Schuppen finden, müssen Sie nur noch die Kosten für das Holz des Grundgerüsts einplanen.

Fertige Insektenhotels im Handel kosten je nach Größe zwischen 40 und 100 Euro oder manchmal sogar mehr.

Der richtige Standort für Ihr Insektenhotel

Wo Sie Ihr Insektenhotel positionieren ist selbstverständlich nicht ganz unwesentlich für die Wirkung, die Sie damit erzielen möchte. Gerade deshalb, sollten Sie dabei auf Folgendes achten:


Richten Sie Ihr Insektenhotel möglichst nicht nach Norden aus, da von dieser Richtung aus in der Regel Wind und Regen kommen. Insekten vermeiden Behausungen mit so ausgerichteten Einflugschneisen eher. Zudem setzen Wind und Wetter, im Speziellen auch die Feuchtigkeit, Ihrem Insektenhotel zu und lassen Heu, Holzwolle und Co schimmeln.

Vermeiden Sie Standorte, an denen es permanent zieht. Zwar sind Insektenhotels grundsätzlich gut isoliert, dennoch meiden Insekten Plätze mit ständigem Zug. Platzieren Sie Ihr Insektenhotel beispielsweise in der Nähe von Bäumen oder an der Hauswand.

Futterangebot rund um Ihr Insektenhotel

Etwas Windzug oder ein paar Stunden ohne Sonne sind für Insekten natürlich nicht so wichtig, wie vorhandene Nahrungsquellen. Geben Sie diesem Aspekt daher auf jeden Fall Vorrang und positionieren Sie Ihr Insektenhotel an einem Ort, wo den Bienen und anderen Insekten auch ausreichend Nahrung angeboten wird. Das kann eine blühende Wiese, aber auch ein Obstgarten sein.

Tun Sie Ihrem Garten etwas Gutes!

Wenn Sie in Ihrem eigenen Garten ein Insektenhotel installieren, sorgen Sie nicht nur bei den kleinen Bewohnern für ausreichend Nahrung – die Insekten danken es Ihnen auch mit einer besseren Ernte und sorgen für mehr Bestäubung. Außerdem können Sie Ihren Gemüsepflanzen, Bäume und Blumen von Läusen befreien. Eine klassische Win-Win-Situation!

Auf die richtige Höhe achten

Nicht nur der richtige Platz, auch die richtige Höhe sind wichtig für dafür, dass Ihr Insektenhotel gut von den Insekten angenommen wird. Verhindern Sie das Einwuchern von Schlingpflanzen, indem Sie das Insektenhotel mindestens auf eine Höhe von 50 cm über dem Boden montieren.

Die Einflugschneise der Insekten bleibt so frei und sie können ungestört Eier legen. Auch die Aufmerksam von Hund und Katz oder anderen Tieren wird bei einer erhöhten Montage Ihres Insektenhotels eingedämmt.

Wie groß sollte ein Insektenhotel sein?

Von der Größe her stellen Insekten keine Ansprüche. Grundsätzlich gilt natürlich: Je größer, desto besser! Da jedoch nicht immer so viel Platz zur Verfügung steht, können Sie sich auch auf die Herstellung einer kleinen kompakten Insektenbehausung festlegen.


Insektenhotels in vielfältigen Formen und Farben – der Kreativität sind keine Grenzen gesetzt

So funktioniert’s: Das Do-It-Yourself Insektenhotel zum Nachbasteln

Im Folgenden bieten wir Ihnen eine kostenlose Anleitung zum einfachen Nachbauen eines Insektenhotels. Viel Spaß beim Heimwerken mit unserer Schritt-für-Schritt-Anleitung.

Alles, was Sie benötigen, finden Sie im Baumarkt, im Heimwerkerbedarf oder vielleicht sogar im eigenen Schuppen.


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Materialbedarf für den Grundrahmen

Material Preis
2 Holzbretter (2m x 40cm x 1,8cm) etwa 5,00 € pro Stück
1 Holzbrett (1m x 80cm x 1,8cm) etwa 3,00 €

Materialbedarf für die Füllung Ihres Insektenhotels

Material Preis
Schilfrohrmatte (1 x 3m) etwa 7,00 €
Hohle Pflanzenstängel/ Markstängel
Baumscheiben
Kleine Äste und Zweige
Tannenzapfen etwa 2,00 € pro Packung
Heu etwa 0,80 € pro Packung

Sonstiger Materialbedarf

Material Preis
Holzlasur etwa 8,00 €
Kleinmaterial wie Kükendraht, Nägel und Schrauben in verschiedenen Längen etwa 10,00 €

Diese Werkzeuge benötigen Sie:

Schritt-für-Schritt-Anleitung für Ihr Insektenhotel

Geschätzte Gesamtarbeitszeit: 2 Stunden + Trocknungszeit

Das Grundgerüst

Bevor Sie Ihr Insektenhotel einrichten, müssen Sie natürlich das Grundgerüst bauen. Dafür benötigen Sie

  • alle Holzbretter,
  • die Bohrmaschine und
  • die Schrauben.

Im Folgenden erfahren Sie Schritt für Schritt, wie Sie das Grundgerüst bauen.

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Schritt 1: Schneiden Sie die Holzbretter in insgesamt sechs Stücke von jeweils 36,5 cm Länge. 4 Stück werden später für den Rahmen und 2 Stück für das Dach verwendet.

Schritt 2: Schneiden Sie zwei Bretter mit jeweils 60 cm Länge zu, um sie später als Seitenwände einzusetzen.

Schritt 3: Die Rückenplatte Ihres Insektenhotels muss an die Dachschrägen angepasst werden. Zeichnen Sie das Dach dafür auf der Platte vor und schneiden Sie sie vorsichtig aus. Verwenden Sie dafür am besten eine Stichsäge.

Schritt 4: Glätten Sie alle Schnittstellen mit Schleifpapier.

Schritt 5: Schrauben Sie aus den 4 Holzbrettern von Schritt 1 und den Brettern aus Schritt 2 einen Rahmen mit Zwischenböden zusammen. (siehe rechte Abbildung)

Schritt 6: Schrauben Sie nun die beiden Bretter für das Dach auf den Rahmen.

Schritt 7: Jetzt lasieren Sie die Holzkonstruktion. Am besten eignet sich dafür eine wetterfeste, biologisch abbaubare Holzlasur. Achten Sie darauf, dass alle Stellen mit Lasur versiegelt wurden.

Die Füllung: Richten Sie die „Zimmer“ Ihres Insektenhotels ein!

Achten Sie dabei darauf, dass Sie die Behausung für die kleinen Insekten möglichst abwechslungsreich gestalten. Damit sprechen auch viele unterschiedliche Insektenarten auf Ihr tolles, selbstgebautes Insektenhotel an. Schließlich sind die verschiedenen Insekten, die bald dort einziehen werden, unterschiedliche Umgebungen gewohnt.

Wie wäre es zum Beispiel mit folgenden Ideen:

  • Bohren Sie kleine Löcher in getrocknete Baumscheiben, damit die Insekten dort Eier legen und sich einnisten können.
  • Füllen Sie Blechdosen mit Bambusstäben und Schilfhalmen.
  • Stopfen Sie Eierschachteln mit Stroh und sorgen Sie so für eine ideale Behausung für Spinnen und Ohrenkäfer.

Ihrer Kreativität sind keine Grenzen gesetzt. Unten finden Sie weitere Vorschläge.

Nicht vergessen: Füllung fixieren!

Wenn Sie Ihr Insektenhotel eingerichtet und die „Zimmer“ möglichst unterschiedlich gestaltet haben, ist es noch wichtig, alles gut zu fixieren. Nur so haben Sie und die Insekten möglichst lange etwas von ihrem Do-It-Yourself Insektenhotel. Am besten eignet sich hierfür, wie auch m Video ersichtlich, Maschendrahtzaun bzw. Hühnerdraht.

Do-It-Yourself Insektenhotel Bauanleitung als Video

Zusätzlich zu unserer kostenlosen Bauanleitung oben, möchten wir Ihnen auch noch eine anschauliche Videoanleitung mit auf den Weg geben. Sehen Sie hier, wie unser Heimwerkerprofi in kürzester Zeit ein schönes und geräumiges Insektenhotel herstellt:

Weitere Ideen für eine abwechslungsreiche Füllung

Wildbienen wie die Löcher- oder Scherenbiene nisten sich gerne in, mit Halmen gefüllte Blechdosen ein. Alternativ können auch Glasflaschen oder ähnliche Gefäße verwendet werden, sofern sie nicht aus Plastik bestehen.


Abgesehen davon ist die Verwendung von Plastik natürlich auch nicht besonders umweltschonend. Nutzen Sie also besser Flaschen aus Glas oder Blechdosen.

Außerdem ideal als Füllmaterial geeignet:

  • Getrocknete Baumscheiben: Bohren Sie einfach mit dem Holzbohrer verschieden große Löcher (Durchmesser ca. 4-8mm) in das Holz.
  • Eierschachteln: Bohren Sie Löcher in die Eierschachtel und stopfen Sie Stroh hinein.
  • Äste und Zweige: Einfach klein schneiden und am besten noch samt Laub in Ihrem Insektenhotel positionieren.
  • Lehmklötze: Lehm kann man in Form von „Lehmputz“ in nahezu jedem Baumarkt kaufen. Er wird verarbeitet und im noch weichen zustand mit Löchern versehen und mit eingedrücktem Stroh oder Geäst aufgewertet.

Ebenfalls gut angenommen werden Reisig, Sand und Heu. Manche Insekten nisten auch gerne in Schneckenhäusern von Schnirkel- oder Weinbergschnecken. Diese können also auch gerne in das Insektenhotel eingelagert werden. Hauptsache, es gibt Abwechslung.

Farbe spielt eine nicht ganz unwesentliche Rolle

Unterschätzen Sie Ihre Gäste nicht! Auch sie haben es gerne farbenfroh. Die sogenannte Florfliegen (Chrysopidae) bevorzugen beispielsweise Behausungen in roter Farbe. Scheuen Sie daher nicht den Farbeimer und gestalten Sie Ihr Insektenhotel gerne farbenfroh.

Diese Insekten sind in Ihrem Insektenhotel zu Gast

Sie sind mit Ihrem Insektenhotel fertig und haben es an einem geeigneten Ort platziert? Dann werden Sie schon bald die ersten Bewohner entdecken können.

Gast Nummer 1: Die Rote Mauerbiene (Osmia rufa)

Die ersten Insekten, die Sie in Ihrem Insektenhotel begrüßen dürfen, sind in der Regel die roten Mauerbienen. Warum? Ganz einfach: Weil sie die wenigsten Ansprüche stellen! Am liebsten nisten sie sich in Löchern ein – egal, ob in Ziegeln oder in Holz. Ebenfalls heiß begehrt sind die Löcher in Holz und Ziegeln unter Löcherbienen, Maskenbienen, Blattschneiderbienen und Scherenbienen.

Geäst und Pflanzen locken Keulhornbienen (Ceratina)

Wenn Sie sich für die Füllung Ihres Insektenhotels auch für Pflanzen und Äste entscheiden, bieten Sie den idealen Wohnraum für die sogenannte Keulhornbiene oder Ceratina. Darüber hinaus, werden Sie hier auch einige Mauerbienenarten, aber auch Blattschneiderbienen und Maskenbienen anlocken.

Morsches Holz für die Holzbiene (Xylocopa)

Sie finden am Waldrand morsche Holzstücke? Dann ab damit in Ihr Insektenhotel, denn die Holzbiene, aber auch andere Arten, wie zum Beispiel Pelzbienen oder Blattschneiderbienen, nisten hier besonders gerne. Mit etwas Heu oder Stroh werden sie auch für Ohrenkäfer und Spinnentiere sehr interessant.

Insektenhotels in großer Vielfalt

Lassen Sie sich inspirieren: Hier möchten wir Ihnen wir Ihnen einige Varianten toller Insektenhotels vorstellen:

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Kompakt und hängend: Sie haben keinen eigenen Garten oder nur begrenzt Stellfläche? Dann kann ein solches kleineres Modell vielleicht die richtige Wahl sein!

insect-hotel-452978_1920-by-antranias-pixabay-com

Farbenfroh und vielseitig: Bei dieser Variante eines Insektenhotels wird nahezu jede Insektenart angesprochen. Ganz besonders freuen sich hier sämtliche Bienenarten, Ohrenkäfer und Spinnenarten.

insect-house-598354_1920-by-biollama-pixabay-com

Profi-Modell mit Dachbegrünung: Wenn Sie viel Platz, Zeit und Muße haben, dann können Sie dieses Modell Vorbild nehmen. Durch die begrünte Dachfläche sorgen Sie nochmal extra für Behausungsmöglichkeiten und Nahrungsquellen.